Was sagt ihr

Erfahrungen mit Medikamenten, Fragen, Infos, Tipps, ...

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janna
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Was sagt ihr

Beitrag von janna »

was ich noch fragen wollte: ich hatte meiner Ärztin heute noch erzählt das ich schon immer sehr sensibel auf jegliche Art von Medikamenten reagiert habe und 2016 als ich mal Elontril bekam mein Psychiater extra ein Kreuz auf dem Rezept dann hinterlegt hatte damit ich wirklich nur das Original bekomme weil ich mit einer anderen Marke nicht klar kam. Ich hatte sie dann gefragt ob sie mir das Sertralin auch von Zoloft geben kann anstatt von Stada und sie meinte nein wir machen das jetzt erstmal so.. ich frage mich warum sie mich da nicht ernst nimmt und mich macht das traurig.
Sie meinte auch das es nicht sein kann das ich bei 10mg Pipamperon eine Wirkung spüre weil das eine homöopathische Dosis wäre. Das ist aber definitiv bei mir nicht der Fall weil ich davon jedes Mal was merke und das ist sicher kein Placebo weil die Wirkung auch nie sofort eintritt
Auch mit meinen Blutwerten hatte sie mir heute gesagt es würde definitiv nicht an meinem Ferritinwert und Vitamin D Wert liegen warum ich mich so schlecht fühle.
Hier die Werte mit Referenzbereich:
Ferritin: 35 (17-320)
Vitamin D: 38 (30-120)
Folsäure: 6 (5.6-45.8)

Ich durfte vor 2 Wochen nach langem Überreden meine NEM von zuhause eigenständig hier nehmen weil ich sie hier nicht bekommen hätte und gesagt habe ich brauche das aber nach der Geburt. Darunter auch Ferrosanol. Habe dann aber schlimmen Durchfall bekommen und grünen Stuhl und wollte dann Kräuterblutsaft nehmen den ich in der SS gut vertragen hatte und meine Speicher deutlich angehoben hat, der aber in den Kühlschrank muss und den gibt es hier für Patienten nicht wegen Hygienevorschriften. Finde das so verantwortungslos und verstehe nicht warum man das nicht ernst nimmt. Die Werte stehen doch schwarz auf weiß.
Ich hatte sie dann gefragt ob ich eine Eiseninfusion bekommen kann wegen dem starken Durchfall und sie sagte das würde sie nicht machen und ist der Meinung mein Zustand liegt nicht daran.
Ich sage auch nicht das es damit getan wäre aber definitiv würde es mir besser gehen wenn die Speicher voll sind.
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Marika
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Re: Was sagt ihr

Beitrag von Marika »

Hallo!

Du könntest dich mit dieser Angelegenheit auch an deinen Hausarzt wenden. So hättest du eine 2. Meinung. Ich denke es ist immer gut, auch Ergänzungsmittel mit dem Arzt zu besprechen. Generell glaube ich aber nicht, dass dein schlechter Zustand nur mit deinen Werten zu hat. ❤️
Liebe Grüße von
Marika

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schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
janna
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Re: Was sagt ihr / Sertralin

Beitrag von janna »

Hallo zusammen,
ein kleines Update und ich hoffe so sehr auf eure Meinung.

Ich nehme das Sertralin jetzt seit 3 Tagen (25 mg) und die letzten beiden Tage waren die Hölle bis zum späten Abend.
Ich hatte bisher jeden Morgen Durchfall und nachdem ich das Medikament um 9 Uhr nehme und die Wirkung einsetzt haut es mich komplett um. Ich bin so unglaublich müde sodass ich mich kaum auf den Beinen halten kann. Wie ein Zombie fühle ich mich. Schlafen kann ich aber auch nicht. Und dann habe ich so viele Heulkrämpfe und bin gefühlt noch depressiver. Jetzt war es heute und gestern so das es sich ab 20 Uhr dann auf einmal aners und erleichternd im Kopf angefühlt hat. Ich konnte auf einmal etwas lächeln und die ganz schlimmen Gedanken kamen nicht mehr so richtig durch. Gestern Abend hatte ich auch wirklich ein paar hoffnungsvolle Gedanken und dachte das erste Mal es kann vielleicht auch alles gut werden. Heute Abend ist zwar auch eine Erleichterung da aber nicht so intensiv wie gestern und ich bin trotzdem einfach sehr müde vom Tag aber hab trotzdem mehr Antrieb und bessere Stimmung als den restlichen ganzen Tag.

Ich hab die Sorge da ich ja so sensibel auf Medikamente reagiere das ich wieder eine paradoxe Wirkung habe und es abends so wirkt wie es morgens wirken sollte, wisst ihr wie ich meine?
Hoffe jemand hat vielleicht ähnliches erlebt und kann mir was dazu sagen
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Marika
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Re: Was sagt ihr

Beitrag von Marika »

Guten Morgen!

Das was du erlebst, kennen die meisten am Anfang mit einem AD. Es ist völlig normal und ist eine Art Erstverschlimmerung. Das Medikament muss erst einen Wirkstoff Spiegel aufbauen und der Körper - vor allem der Gehirnstoffwechsel - muss sich erst darauf einstellen. Dass es morgens schlimmer als am Abend ist, ist auch völlig normal und ist ein bekanntes Phänomen, dass sich "Morgentief " nennt. Es kommt so zustande: über Nacht finden Verstoffwechselungs Prozesse im Körper aller Menschen statt, auch der Botenstoffe im Gehirn. So erreicht sie am Morgen ihren Tiefststand, werden dann aber wieder neu gebildet. Das fällt bei gesunden Menschen nicht auf. Bei uns aber schon, denn wir haben ja eh schon ein Chaos bzw. Defizit der Botenstoffe im Gehirn. So macht sich dieser Abfall über Nacht mit Verstärkten Symptomen am Morgen bemerkbar. Über den Tag bilden sich die Botenstoffe wieder neu, aber bei uns wiederum zu langsam, zu wenig und werden oft wieder zu schnell abgebaut. Hier greift das AD u.a. ein. Es verhindert, dass die Botenstoffe zu schnell abgebaut werden, hält sie dort fest wo sie ihre Arbeit tun müssen. Leider dauert das aber einige Wochen. Dass du am Abend jetzt schon eine Besserung hast zeigt aber, dass sich da bereits erste positive Veränderungen durch das AD bemerkbar machen. Es dauert einige Wochen, bis das stabiler ist. Bei dir könnte es recht zügig gehen, da du schon eine Kleinigkeit am Abend merkst. Das ist ein sehr gutes Zeichen.

Man muss verstehen, dass ein AD nach und nach über mehrere Wochen erst den vollen Wirkstoff Spiegel aufbaut. Daher schwankt es am Anfang auch so hin und her. Das ist völlig normal.

Auch ich hatte dieses Morgentief sehr stark, das kennen viele. Es wird aber milder, allerdings brauscht man Geduld. Ein Notfall Medikament kann diese Zeit erleichtern. Ich habe mich dann immer versucht abzulenken und trotzdem ins Tun zu kommen. Ist oft sehr schwer, aber es hilft trotzdem etwas.

P.S. du hast diesen und noch einen Post doppelt plaziert, diese musste ich löschen, da Doppel Posts unsere Kapazitäten überschreiten würden. Wenn du das in Zukunft bitte beachtest, vielen Dank! :wink:
Liebe Grüße von
Marika

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schwere PPD 2005
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alibo79
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Re: Was sagt ihr

Beitrag von alibo79 »

Guten Morgen,
Marika hat eigentlich alles schon geschrieben, was ich dir auch schreiben wollte. Und ich bin mir ganz sicher, dass du keine paradoxe Reaktion auf die Medikamente zeigst. Das was du merkst, ist der ganz normale Verlauf bei dieser Erkrankung. Antidepressiva wirken nicht wie z.b kopfschmerztabletten. Du nimmst eine Tablette und nach 15 Minuten sind die Kopfschmerzen weg, es gibt also keine ganz direkte Wirkung von Antidepressiva, sondern sie bauen erst langsam einem wirkstoffspiegel auf und brauchen dann an den nervenzellen längere Zeit, bis sich eine normale Funktion einstellt. Das Medikament, was du einnimmst gehört zu den selektiven. Serotonin aufnahmehemmer, das heißt, dass durch die Einnahme zwar schon mehr Serotonin im synaptischen Spalt hast. Also dort wo eine nervenzelle den Impuls zu der nächsten nervenzelle weitergibt, aber da unsere Krankheit ja viel komplexer ist und generell die Verarbeitung von Informationen in den nervenzellen nicht richtig funktioniert, reicht da eine kurzfristige serotoninerhöhung durch die Medikamente nicht aus. Sondern es muss dauerhaft ein medikamentenspiegel vorhanden sein, damit sich die nervenzellen sozusagen erholen können.
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
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