Weiß nicht mehr weiter…

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Marika
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Re: Weiß nicht mehr weiter…

Beitrag von Marika »

Hallo Nordstern!

Sehr gut, dass du eine kleine positiven Wirkung hast. Das zeigt, das AD wirkt. Wann hast du denn einen nächsten Termin um zu besprechen wie es mit dem AD weitergeht bzw. ob die Dosis noch erhöht wird oder ein weiteres AD dazu kommt? Es ist jetzt sehr wichtig, dass du dran bleibst, denn diese kleinen Erfolge mit Mirtazapin zeigen eindeutig: du bist kein Einzelfall und kannst dir dein Leben zurück holen.

Das andere, dass du beschreibst, sind die üblichen Grübelspiralen und Gedanken die klar der Erkrankung zuzuordnen sind und mit der richtigen Medikamenten Einstellung und Therapie vollständig verschwinden werden. ❤️
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
nordstern_27
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Re: Weiß nicht mehr weiter…

Beitrag von nordstern_27 »

Hallo Marika,
ja ich hoffe es einfach so sehr😌
Meine Therapeutin hat auch schon gesagt, dass sie das Gefühl hat, dass ich die Termine aus einem Pflichtbewusstsein heraus abarbeite. Obwohl es mir für den Moment schon hilft, das Geschehene anders einzuordnen. Ich war damals wohl komplett handlungsunfähig.
Ich vermisse mich einfach so sehr und diese Vorstellung davon wie es eigentlich hätte laufen können schmerzt sehr. Es kommen auch immer wieder Bilder hoch aus Woche 5, wo ich mich von meinem Baby verabschiede und von der Fahrt im Rettungswagen. Ich weiß nicht was ich mir dabei gedacht habe.
Ich habe in zwei Wochen erst wieder einen Termin beim Psychiater. Habe aber auch ein bisschen Angst vor Medikamenten und der Erstverschlimmerung.
Liebe Grüße!
schwere PPD 08/2025 durch Stillprobleme im Wochenbett und abruptes medikamentöses Abstillen
stationärer Aufenthalt 09/2025 dadurch starke Verschlechterung
seit 05/2026 stabil mit 15mg Mirtazapin und 5mg Aripripazol
nordstern_27
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Re: Weiß nicht mehr weiter…

Beitrag von nordstern_27 »

Hallo ihr Lieben,
mal ein kleines Update zu mir. Mir geht es seit ca 2,5 Wochen gut. Ich kann es selbst noch kaum glauben, dass es mir seit Monaten wieder wirklich gut geht und hoffe sehr dass es so bleibt und nicht mehr allzu große Tiefs kommen. Ich habe zu den 15mg Mirtazapin noch 5mg Aripripazol dazu bekommen und ca 1-2 Wochen nach Start der Einnahme wurde es immer weniger mit den zwanghaften Gedankenkreisen rund um Woche 3-5 nach der Geburt und dem Klinikaufenthalt.
Ich kann das erste Mal seit Monaten wieder etwas in die Zukunft schauen und Freude empfinden und wieder Dinge machen die mir früher Spaß gemacht haben.
Auch mit meinem Sohn läuft es super aktuell, zumal ich ja nie wirklich ein Bindungsproblem mit ihm gehabt habe :-)
Ich möchte euch an dieser Stelle noch einmal danken, dass ihr mich ermutigt habt es nochmal medikamentös zu versuchen. Ich kenne euch nicht aber ihr habt mir wirklich sehr viel Mut gemacht und Verständnis entgegengebracht, was selbst mein engster Freundeskreis nicht mehr geschafft hat. Ich denke niemand kann verstehen was man mit so einer Krankheit durchmacht wenn man es nicht selbst erlebt hat. Ich glaube die Medis haben wirklich diese Wende bei mir gebracht, anders wäre ich da nicht rausgekommen. Außerdem habe ich jetzt das Gefühl, dass ich mich selbstbestimmt dafür entscheiden konnte.
Ich gehe natürlich noch weiterhin regelmäßig zur Therapie um alles aufzuarbeiten. Ich bin noch etwas vorsichtig aber ich hoffe sehr, dass es jetzt langsam bergauf geht🙃
schwere PPD 08/2025 durch Stillprobleme im Wochenbett und abruptes medikamentöses Abstillen
stationärer Aufenthalt 09/2025 dadurch starke Verschlechterung
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Marika
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Re: Weiß nicht mehr weiter…

Beitrag von Marika »

Mensch Nordstern, wie toll! :D Ich habe oft an dich gedacht und freue mich riesig, so tolle Nachrichten von dir zu lesen. :D

Man sieht hier wieder einmal, dass es Hilfe gibt, dass man dieser Erkrankung nicht ausgeliefert ist.

Mach weiter so Liebes! ❤️
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
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alibo79
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Re: Weiß nicht mehr weiter…

Beitrag von alibo79 »

Liebe nordstern,
es ist sehr schön, dass es dir wieder viel besser geht. Vor allem sieht man an deinem Fall und deiner Geschichte, was die passenden Medikamente machen können.
Mein Gefühl hat mir die ganze Zeit gesagt, dass dieses Gedanken kreisen rund um die Zeit nach der Geburt mit Sicherheit ein Symptom sind. Und sobald du ein passendes Medikament hast, diese Gedanken deutlich weniger werden. Vor allen Dingen, wie du beschreibst, dass du das Gefühl hast, jetzt selbstbestimmt zu handeln. Du fühlst dich nicht mehr dieser ganzen Geschichte so ausgeliefert und kannst den nun passend mit deinen Therapeuten bearbeiten. Ich bin mir sicher, dass du diese schreckliche Zeit sehr bald wirklich komplett hinter dir lassen kannst.
Mach weiter so und schreibt gerne immer mal wieder ein positives Feedback, denn das macht ganz vielen hier mut die noch tief in der Depression stecken.
Ganz liebe grüße!
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
nordstern_27
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Re: Weiß nicht mehr weiter…

Beitrag von nordstern_27 »

Hallo ihr Lieben, mal ein Update zu mir, mir geht es nach wie vor grundsätzlich ganz gut. Hochs und Tiefs wechseln sich ab, aber ich kann wieder in die Zukunft gucken und das ist das Wichtigste.😊 Wir sind gerade sogar auf Elternzeitreise, was ganz schön für uns als Familie ist, mal komplett ohne Einflüsse von Außen zu sein.
Das Grübeln über die Zeit nach der Geburt und die Trauer über das Abstillen und die Wahl und Äußerungen meiner Hebamme sind zwar noch da aber ziehen mich nicht mehr so in diesen Sog. Die ganze Geschichte hat mich einfach auch verändert und auch meine Ehe und die Beziehung zu meinen Freunden. Ich hoffe das die Zeit und meine zunehmende Stabilität das wieder richtet und es annähernd wieder so wird wie früher. Mit meinem Psychiater habe ich besprochen, dass wir bei der geringsten medikamentösen Unterstützung bleiben (15mg Mirtazapin und 5mg Aripiprazol).
Ich bin nur immer sehr traurig, wenn ich z.B. „alte“ Bilder, vor Allem von den ersten sechs Lebensmonaten sehe und bin generell immer etwas wehmütig, wenn ich über diese Zeit nachdenke. Ging es anderen hier ähnlich?😌 Auch wenn ich stillende Mamas sehe löst das eine gewisse Wehmut aus. Ich hoffe auch das wird besser, wenn etwas mehr Zeit verstrichen ist.
Gerade zum Ende der Elternzeit langweile ich mich aber auch etwas und finde es schwierig die Wachzeiten meines Sohnes zu füllen. Ging/ geht es anderen hier ähnlich?🙈
Spielen oder Geschichten lesen in dem Alter kann man ja auch noch nicht viel. Mitte August, wenn mein Sohn ein Jahr alt wird, jähren sich diese ganzen Ereignisse ja auch.. Mitte September gehe ich dann wieder arbeiten, das konnte ich mir ja vor einigen Monaten überhaupt noch nicht vorstellen😃 und jetzt freue ich mich schon fast darauf.
Zur Therapie gehe ich auch noch, aber nur noch alle zwei Wochen. Das funktioniert für mich so ganz gut. 😊
schwere PPD 08/2025 durch Stillprobleme im Wochenbett und abruptes medikamentöses Abstillen
stationärer Aufenthalt 09/2025 dadurch starke Verschlechterung
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