Morgens immer nervös - wer kennts?

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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Sarah388
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Morgens immer nervös - wer kennts?

Beitrag von Sarah388 »

Guten Morgen!

Wer von euch kennt diese enorme Unruhe morgens auch?

Ich kann noch so gut geschlafen haben, sobald ich wach werde, bin ich direkt nervös. Der ganze Tag liegt vor mir und das stresst mich direkt. Ich fühle auch als Erstes direkt in meinen Körper und bin dann hibbelig.

In der Klinik versuche ich dann einfach direkt ins Tun zu kommen, zuhause war es gefühlt noch schlimmer, weil ich dann wusste, dass ich mich die nächsten Stunden allein um den kleinen kümmern muss und das hat mich noch mehr gestresst :'-(

Oftmals wird es über den Tag besser, aber diese Anspannung morgens ist echt fies.

Wird das je wieder besser werden? :'-(
Werde ich jetzt wieder entspannter in den Tag starten können?
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Marika
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Re: Morgens immer nervös - wer kennts?

Beitrag von Marika »

Hallo!

Das was du beschreibst erleben viele, ich hatte das auch. Man nennt es "Morgentief" und ist sehr typisch für unsere Erkrankung. Die Botenstoffe im Gehirn werden über Nacht verstoffwechselt und erreichen am Morgen ihren Tiefststand. Das ist ein normaler Prozess, den alle Menschen haben und der bei gesunden unbemerkt abläuft. Bei uns aber wirkt sich dieses Verstoffwechseln fatal aus, weil bei einer psychischen Erkrankung die Botenstoffe im Gehirn eh schon durcheinander und oft zu wenig vorhanden sind. Somit kommt es am Morgen oft zu einem krassen Defizit und das merken wir dann an verstärkten Symptomen. Da sich die Botenstoffe über den Tag wieder aufbauen, wird es meist im Tagesverlauf wieder besser.

Auch dieses Symptom wird besser und irgendwann ganz verschwinden. Es ist genau richtig, dass du trotzdem deine Routine in der Tagesklink durchziehst. Ein strukturierter Tagesplan besonders am Morgen hat auch mir immer sehr geholfen! ❤️
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
alibo79
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Re: Morgens immer nervös - wer kennts?

Beitrag von alibo79 »

Hey, ich kann mich nur dem anschließen, was Marika dir geschrieben hat. Diese Anspannung und Nervosität morgens ist das allseits gemeine. Morgen tief. Ich hatte das auch sehr lange, da konnte die Nacht noch so gut sein. Ich wurde wach und es hat zwei Sekunden gedauert und mein Kopf begann zu Kreisen. Die Gedanken zogen sich zu und wurden dunkel und ich kriegte ein dicken Stein im Magen, teilweise mit schwitzen und anderen. Körperlichen Symptomen und Angst. Mir hat tatsächlich immer geholfen mich irgendwie in den Tag zu begeben. Morgens, eine Routine einzuhalten und aktiv zu werden. Ich konnte das richtig merken wie dann irgendwann die botenstoffe normaler wurden und Ruhe einkehrte und auch meine Gedanken wieder positiver wurden. Das war bei mir meistens immer zur selben Uhrzeit und irgendwann wusste ich das und konnte mir dann sagen, dass ich einfach bis zu dieser Uhrzeit durchhalten muss, weil es dann einfacher wurde. Das ist natürlich leicht gesagt, gerade wenn es einem schlecht geht und dass morgen tief so richtig rein. Kickt. Trotzdem möchte ich dich ermutigen Morgens aufzustehen und den Tag zu beginnen, denn Aktivität hilft einfach wirklich, diese Unruhe aufzulösen und den Stress Pegel zu senken. Zusätzlich wird man dadurch auch von diesen ganzen düsteren Gedanken abgelenkt.
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
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